Meisterkurs:Das Landschaftsbild als Schnittpunkt von Bewusstsein und Abstraktion

Kursnummer
LEP-23-001
Datum
Do. 07.12.2023, 12:00 - 17:00 Uhr
Fr. 08.12.2023, 10:00 - 17:00 Uhr
Sa. 09.12.2023, 10:00 - 17:00 Uhr
So. 10.12.2023, 10:00 - 17:00 Uhr
Mo. 11.12.2023, 10:00 - 14:00 Uhr
Kursort
Gebühr
850,00 €
Details
Ohne Material. Dieses bitte entsprechend der Materialliste mitbringen oder vor Ort erwerben. Begrenzte Teilnehmerzahl.
Kursfoto


Der Mensch formt seine Umwelt nach wechselnden Bedürfnissen, wie leicht an unseren Landschaften ablesbar ist. Der Urzustand trifft auf unser Bewusstsein mit seinen vielfältigen divergierenden Absichten, Bedürfnissen, Begierden, Konsumhaltungen und den technischen Möglichkeiten, Veränderungen umzusetzen. Daraus entstehen neue, mehr oder weniger lebenswerte Außenwelten. Seit der Moderne hat die Landschaftsmalerei diese Aspekte berücksichtigt und widergespiegelt. Was natürlich bedeutet, dass die Künstler sich seitdem süßlicher Sonntagsbildchen und Ideallandschaften meist enthalten. Die Vorstellung, es gäbe noch unberührte, unschuldige „Ur“-Landschaften ist obsolet; - in allem, was uns umgibt, begegnen wir dem Menschen und seinen Hinterlassenschaften, und das seit Jahrhunderten, so beschreibt es die Theorie des „Anthropozäns“. Dieser Begriff bezeichnet unser aktuelles geologisches Zeitalter, in welchem die Menschheit gewollte und ungewollte radikale ökologische Eingriffe auf diesem Planeten durchsetzt. Daraus erwächst die Aufforderung, Verantwortung für die Zukunft von Mensch und Erde zu übernehmen. Kann Kunst dazu einen Beitrag leisten?

In allem, was uns umgibt, begegnet der Mensch sich selbst. Unsere Umwelt ist somit eine Spiegelung unseres kollektiven Bewusstheitszustandes. Übersetzt in Malerei heißt das: ein Landschaftsbild als freies Kunstwerk, nicht Natur-Abbild, kann ein Porträt unseres Bewusstseins sein, unserer Vorstellungen, Ängste, Wünsche, Hoffnungen, Identität. Die äußere, sinnlich erfahrene Welt geht durch uns hindurch und wird in eine „innere Landschaft“ umgewandelt. Dieser Außen-Innen-Schnittpunkt wird gestalterisches Ziel, welches mit vielfältigen klassischen, erweiterten und experimentellen Acryltechniken in diesem Meisterkurs künstlerisch umgesetzt wird.

Dem Genre „Landschaft“ können durch diesen Ansatz neue Seiten abgewonnen werden, wobei bewusste Störungen und Brüche als Zeichen zivilisatorischer Eingriffe nicht vermieden werden. Kursziel ist das intellektuell fundierte, ausdrucksstarke persönliche Werk ohne dominierende Gefälligkeitsabsichten. Malerei ist hier eine Entdeckungsreise mit individuellen, überraschenden Ergebnissen.

Kurzvorträge des Dozenten zu Perspektive, Komposition, Bildaufbau, Farben- und Formenlehre ergänzen die Bildbesprechungen und Korrekturen unter Berücksichtigung individueller Fragen und Wünsche der Teilnehmer.

Zielgruppe: 
Fortgeschrittene mit Anspruch an zielgerichteter Weiterentwicklung und Bereicherung des eigenen Stiles, auch mit Berücksichtigung ästhetisch-philosophischer Aspekte der Malerei
Grundlagen, die aufgegriffen und intensiviert werden:
klassische und experimentelle Acryltechniken, Kompositionslehre, Farbenlehre
Ausgangspunkt:
abstrahierte Landschaften
Kursziel/Erweiterung:
das fundierte, ausdrucksstarke persönliche Werk als Schnittpunkt von Bewusstsein, Realität und Abstraktion vor dem Hintergrundaspekt des „Quo Vadis“ von Mensch und Menschheit.
Großformatiges Arbeiten ist möglich!